27.06.2018

Insekten schützen

B90/GRÜNE sind daran interessiert die Artenvielfalt und die Lebensgrundlagen für die Menschen zu sichern und zu schützen. Ohne diese Lebensgrundlagen haben wir als Art keine Zukunft. Daher haben wir einen Antrag im Rat von Ritterhude eingebracht.

Der Antrag beschäftigt sich mit dem Thema Insektenschutz. Diese Gattungen sind für unser Überleben zweifellos die wichtigste Gruppe, denn ohne Insekten wäre unsere Ernährung nahezu undenkbar. Sie stellen, auch was die Artenvielfalt angeht, ein nahezu unerschöpfliches Reservoir dar, das wir gerade im Begriff sind zu vernichten.

Dies muss unbedingt aufgehalten werden und keine Anstrengung darf uns zu viel sein um das zu erreichen. Die Begründung für unseren Antrag ist daher die folgende:

In Deutschland gibt es etwa 560 Wildbienenarten. Über die Hälfte steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Mehr als 30 Arten sind vom Aussterben bedroht. Und das, obwohl alle heimischen Wildbienen in Deutschland eigentlich unter einem besonderen gesetzlichen Schutz stehen. In Niedersachsen kommen ca. 360 Arten vor. Durch die Zerstörung wichtiger Lebensräume und die industrielle Landwirtschaft; naturfeme Gärten, Flächenversiegelung sowie Pestizideinsatz auf landwirtschaftlichen Flächen und auch in Hausgärten haben wir viele Wildbienenarten an den Rand des Aussterbens gebracht.

Aber Wildbienen sind ungemein wichtig! Wir sind darauf angewiesen, dass sie zusammen mit anderen Insekten unsere Pflanzen bestäuben. Der monetäre Wert der Bestäubung durch Bienen wird in Europa auf über 14 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. 84% der wichtigsten Nahrungsmittel-Pflanzen sind auf eine Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Anders als Honigbienen, leben fast alle Wildbienen, außer den Hummeln, als Einzelgänger. Etwa drei Viertel aller Arten bauen ihre Brutröhren in der Erde. Dennoch ist es wichtig, für die übrigen Arten Nisthilfen zu bauen. Wildbienen haben besondere Ansprüche an ihren Lebensraum. Viele Arten finden in einer Umgebung Nahrung und Baumaterial, nisten aber in einer völlig anderen.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass diese Teil-Lebensräume miteinander verbunden und nicht zu weit voneinander entfernt sind. In Niedersachsen (und Ritterhude) werden große Teile der landwirtschaftlichen Flächen intensiv bewirtschaftet. Dadurch sind strukturreiche Landschaften mit artenreichen Lebensräumen immer seltener geworden, zum Beispiel extensiv genutztes Grünland, Magerrasen, Heiden, Moore, Binnendünen, naturnahe Feldraine und Hecken. Aber, es fehlen den Wildbienen genau diese Strukturen.

Auch die Bundesregierung hat inzwischen das Thema erkannt und Eckpunkte für ein Aktionsprogramm „Insektensterben stoppen" veröffentlicht. In den nächsten Jahren sollen 30 bis 40 Mio. Euro aus dem BMU-Förderprogramm in den Insektenschutz fließen.

Jeder kann etwas tun. Den Regenwald zu schützen ist absolut wichtig und notwendig, doch wir sollten vor unserer eigenen Haustür anfangen. Dazu haben wir alle Mittel und Möglichkeiten.

Dateien:
Wildbienen.pdf2.1 M
URL:http://www.gruene-osterholz.de/ortsverbaende/ortsverband-ritterhude/home/home-volltext/article/insekten_schuetzen/